Mit Chic und Charme aus Falkensee: Irena von Rügen - Design der 50er und 60er-Jahre

25. 09. 2022 um 15:00—17:00 Uhr

Das Museum in Falkensee erhielt 2014 einen Karton mit Teilen des Nachlasses der Modezeichnerin und Designerin IRENA VON RÜGEN. Bis dato lag ihr Schaffen im Dunkel. Durch die Recherche der Mitarbeiter des Museums Falkensee kann man nun einen guten Einblick in ihr Werk und ihre Biographie gewinnen. In der Ausstellung wird der Schwerpunkt auf das Schaffen der Designerin in den 50er- und 60er-Jahren gelegt.

Die Mode der sechziger Jahre

Die Mode der 50er Jahre war für den Typ der eleganten Dame geschaffen worden, nun, in den 60er Jahren, war es die Kindfrau, das Schulmädchen, jenes knabenhaft androgyne Wesen mit den großen Augen, das die Modewelt bestimmte.

Die Londoner Modedesignerin und Vertreterin der Straßenmode „Mary Quant“ urteilte, dass die jungen Frauen in den Kleidern der fünfziger Jahre aussähen wie ihre Großmütter. Ein wenig verallgemeinert könnte man zusammenfassen, dass sich die Kinder der Generation der fünfziger Jahre gegen das Konsumverhalten ihrer Eltern auflehnten. Ihre Mode wurde als antiquiert diffamiert. Das Aufbegehren der jungen Menschen gegen die gesellschaftlichen Strukturen der Nachkriegszeit und der 60er Jahre spitzte sich in am Ende des Jahrzehnts in Protestbewegungen zu.

Leitbilder dieser neuen Fashion-Trends waren die „Teens“. Sie bildeten die neue Käuferschicht, forderten eine Mode, die ihrem Lebensgefühl und Geldbeutel entsprach.  Das erste Mal sollte eine ausgesprochene Jugendmode die Laufstege, Modeateliers, Kaufhäuser und Versandhäuser bestimmen. Die Trends der Straße, von diesen „jungen Kreativen“ hervorgebracht, wurden zum Vorbild für die Couturiers wie Mary Quant, Pierre Cardin, André Courrèges oder Paco Rabanne.

Ob nun von der Londonerin Mary Quant oder dem Franzosen André Courrèges erfunden, der „Mini“ begann seinen weltweiten Siegeszug als Rock, als Trägerrock oder Hänger Kleidchen. Die A-Linie der Kleider war bequem. Diese körperfernen Schnitte versteckten weibliche Rundungen und ließen ihre Trägerinnen jugendlich erscheinen.

Dazu trug man flache Schuhe. Besonders Courrèges stattete seine Modelle mit Stiefeln oder Stiefelletten aus weichen anschmiegsamen Ledern aus. Beliebt waren hohe durchlöcherte Schnürstiefel.

Models wie Twiggi, Veruschka oder Jean Shrimpton avancierten zu Superstars. Trendsetter waren Audrey Hepburn und Jaqueline Kennedy. Letztere machte nicht nur die „Pillbox“, den schlichtesten aller Hüte, sondern auch den Hosenanzug gesellschaftsfähig.

London stand im Trend und stellte Paris in den Schatten. Die Fantasie der Träger/innen wurde gefragt. Second-Hand war Mode, nicht Mangel. Kunst durchdrang erneut das Stoffdesign mit Op-art-Mustern a la Vasareli. Die Raumfahrt bewegte die Gemüter und die Filmindustrie. Für Sciencefiction-Produktionen wurden futuristische Outfits kreiert, von denen sich die Alltagsmode inspirieren ließ.  Ausgeführt wurden diese Modelle verstärkt in Lackleder, PVC-Folien, Metall, neuen synthetischen Materialien und gepolsterten mit Metallfäden durchwirkten Stoffen.

Gegen Ende der 60er Jahre spielte man in der Mode mit Transparenzen. Diese neue Freizügigkeit stand gewiss in Verbindung mit der sexuellen Selbstbestimmung, welche die Frau durch die Einführung der Antibabypille gewann.

Die unterschiedlichen Kunstfasern beförderten die günstigere Produktion. Auch die großen Modehäuser stellen sich auf diese Trends ein. Sie folgen nicht nur den neuen Linien, sondern machten mit „Prêt-à-porter“ den Weg zum Massenkonsum durch industrielle Herstellung ihrer Modelle frei. Designer wie Heinz Östergaard verkauften ihre Schöpfungen unter dem Motto „Mode für Millionen“ über Versandhäuser.

Mode wurde aus ihrer elitären Nische an die breite Öffentlichkeit gebracht. Im Fashion Trend zu liegen steht seitdem nahezu jedem offen. Was „In“ ist bestimmt nun jedoch die Jugend. Das bedeutete nicht, dass die Mini-Mode nur für kleine Kleidergrößen gedacht war. In der „Burda“ findet man schon in den Herbstausgaben von 1967 Hemdchen Kleider in Größe 44.  

 
 

Veranstalter / Veranstaltungsort

Modemuseum Schloss Meyenburg e. V

Schloss 1
16945 Meyenburg

 

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